Yoga Motivation im Alltag – Wie du nicht nur anfängst, sondern auch dranbleibst

Viele starten mit Yoga voller Elan. Nach ein paar Wochen wird der Alltag lauter, Termine nehmen zu und die Matte bleibt liegen. Die Frage ist nicht, wie perfekt deine Praxis ist, sondern wie du eine liebevolle Yoga-Routine aufbaust, die zu deinem Leben passt.

Meine eigene Geschichte: In meinen Flitterwochen 2015 habe ich Yoga zum ersten Mal auf Hawaii ausprobiert und direkt zu Hause einen Grundkurs gebucht. Danach gab es eine längere Pause, denn ich wurde 2016 schwanger und musste erst einmal mit meiner neuen Rolle als Mutter zurechtkommen, bevor ich mich wieder mit Yoga befasste. Nach dieser Schwangerschaft bin ich zurück auf die Matte und diesmal dabeigeblieben, mit einer ganz tollen Yogalehrerin, die ich gefunden hatte. Während Corona und in der zweiten Schwangerschaft ist meine Yoga-Praxis wieder etwas eingeschlafen, doch wie viele andere habe ich mit Videos und Online-Kursen eine gewisse Routine zum Teil aufrechtgehalten. Heute lehre ich Yoga und weiß: Dranbleiben entsteht durch kleine, realistische Schritte und eine gute Portion Freundlichkeit mit dir selbst.

Tipp 1: Warum 10 Minuten mehr bringen als 90

Kleine Einheiten sind ein super Einstieg, um überhaupt die Matte zu Hause auszurollen und sich Zeit für sich zu nehmen. Zehn Minuten täglich sind wertvoller als neunzig Minuten einmal im Monat, denn so entsteht eine sanfte Yoga-Routine, die bleibt und zu deinem Alltag passt.

Was mir hilft: morgens ein paar Sonnengrüße und abends Dehnen oder eine kurze Yin-Sequenz mit Bolster. Manchmal sitze ich auch einfach nur in Stille auf meinem Kissen oder entspanne auf meiner Shakti-Matte. In meinen Seminaren integriere ich bewusst Mini-Übungen, weil sie im vollen Alltag am besten funktionieren und die Teilnehmer*innen so Methoden an die Hand bekommen, die sie ausprobieren können. Erwarte bitte nicht das große Feuerwerk, wenn du zum ersten Mal Yoga zu Hause machst oder eine kleine Meditation einbaust. Sei präsent, ganz bei dir, und die Gelassenheit wird mit der Zeit kommen. Irgendwann werden aus den 10 Minuten vom Anfang vielleicht 20 oder 30 und schwupps ziehst du eine Einheit von 60 Minuten durch und fühlst dich danach komplett erledigt und happy.

Wenn du gerade dabei bist, mit Yoga zu beginnen, findest du in meinem Artikel „Yoga starten“ viele praktische Hinweise, wie du dich gut vorbereitest und die ersten Schritte leichter machst.

Tipp 2: Der richtige Ort für deine Praxis

Studio, VHS, Online oder Retreats bieten unterschiedliche Erfahrungen. Wähle den Rahmen, der zu deiner Lebensrealität passt, sonst bleibt die Routine nicht bestehen. Es bringt überhaupt nichts, wenn du als Anfänger*in in einen vollen Fitness-Studio-Kurs gehst und unter 20 oder mehr Teilnehmern untergehst und der Lehrer dich nicht entsprechend korrigieren kann. Schau dir viele Stile und Kurse an und entscheide, was zu dir passt. Am besten zunächst im VHS-Kurs oder Sportverein um die Ecke, und dann kannst du mit Retreats oder speziellen Workshops dein Wissen erweitern.

Ich persönlich liebe die Atmosphäre in einem kleinen Studio für die regelmäßige Praxis und gönne mir zwischendurch ein Wochenende oder einige Tage am Stück auf einem Retreat, wenn es mein Kalender zulässt. Das gibt frische Inspiration für meinen eigenen Unterricht und meine Yogis profitieren von diesen Auszeiten ebenfalls. Manchmal entscheidet auch die Umgebung, ob der angebotene Kurs etwas für dich ist. Eine Teilnehmerin fühlte sich in meinem Yoga-Raum nicht wohl und ist in einem meiner externen Kurse in einer großen Kirche jetzt glücklich. Es liegt nicht immer am Yoga selbst, sondern es braucht häufig auch die richtige Umgebung.

Falls du unsicher bist, wie du deinen Einstieg gestalten kannst, lies gerne meinen Artikel „In 7 Schritten zur ersten Yogastunde“. Dort erkläre ich ausführlich, worauf es bei der Wahl von Kurs, Rahmen und Lehrerin ankommt.

Yoga-Raum mit Matten auf dem Boden und Meditationskissen darauf. Im Hintergrund brennen Kerzen und es sind noch Blöcke und Yoga-Gurte zu sehen.

Tipp 3: Wie du Yoga zu deinem persönlichen Rückzugsort machst

Yoga ist kein To-do. Es ist deine Zeit mit dir, und plane sie daher so, dass sie geschützt ist. Handy aus, Familie informieren und Tür zu.

Meine eigene Praxis funktioniert am besten, wenn die Kinder nicht da sind oder schon schlafen, das heißt entweder am Vormittag oder am späten Abend. So habe ich Ruhe und kann mich einlassen, ohne den Hintergedanken, dass gleich einer durch die Tür marschiert. Am besten ist natürlich, wenn du Yoga außer Haus praktizierst, zusammen mit Gleichgesinnten in einer schönen Atmosphäre. Viele meiner Teilnehmer*innen berichten, dass sie nach der Yoga-Stunde entspannter in ihren Alltag gehen und gelassener bleiben in stressigen Situationen. Wenn du selbst deine Yoga-Praxis hast schleifen lassen, dann sieh diesen Artikel als kleinen Reminder, mal wieder ein Date mit dir selbst zu vereinbaren, egal ob zu Hause auf der Matte oder in einem Kurs in deiner Nähe.

Und damit du deine Praxis im Alltag nicht vergisst, helfen kleine Erinnerungen: Stell dir einen Alarm im Handy, klebe dir ein Post-it an den Spiegel oder den Kühlschrank und verschiebe deine Yogazeit im Kalender, anstatt sie komplett abzusagen. Jede kurze Einheit zählt, egal ob zehn Minuten Sonnengruß oder eine Viertelstunde bewusstes Atmen.

Tipp 4: So hilft dir Gemeinschaft, deine Praxis lebendig zu halten

Allein ist es oft schwerer, dranzubleiben, das kenne ich von mir selbst nur zu gut. In einer festen Gruppe entstehen Verbindlichkeit, Motivation und echter Austausch. Du brauchst auch keine Angst zu haben, dass du vielleicht noch „nicht gut genug“ bist für einen Kurs oder die anderen schon erfahrene Yogis sind. Eine Gemeinschaft trägt dich und du wirst dich gemeinsam mit deinen Kursteilnehmer*innen entwickeln.

Ich habe es geliebt, in einer konstanten Gruppe bei meiner Lehrerin zu üben. Freundschaften sind entstanden und es war schön zu spüren, dass wir gemeinsam (auch mal über uns hinaus) wachsen. Auch in meinen Kursen entsteht häufig eine vertraute Runde, in der man sich sieht und trägt und z. B. Strickmuster für Socken austauscht oder sich Reisetipps gibt. Du nimmst diese Energie mit nach Hause und sie trägt deine Praxis durch den Alltag.

Yogalehrerin umringt von ihren Schülern im Yoga-Studio.

Tipp 5: Dranbleiben heißt auch loslassen

Rückschläge gehören dazu. Krankheit, Familienfeste, Urlaube, stressige Phasen. Sieh Pausen in deiner Yoga-Praxis nicht als Scheitern, sondern als liebevolle Auszeit. Yoga bleibt, auch wenn du kurz weg bist.

Nach meinen Schwangerschaften und während Corona gab es Zeiten in meinem Leben mit wenig Yoga und mehr Mama-Sein. Ich wusste, wie gut es mir tut, Zeit auf der Matte zu verbringen, und bin zurückgekehrt. Jetzt sogar als Yogalehrerin. Manchmal ist es ein Sonnengruß, manchmal sind es fünf Minuten Atmen oder ein Mini-Youtube-Video. Entscheidend ist nicht, dass du jeden Tag auf die Matte kommst und dich ärgerst, wenn es nicht geklappt hat. Entscheidend ist, dass du immer wieder anfängst und deine Matte vielleicht nur für eine kurze Atempause nutzt. Wenn du dir Vorwürfe machst und Yoga als Stress empfindest, dann nimm den Druck raus. Dein Körper und dein Geist erinnern dich, wenn es wieder Zeit ist, auf die Matte zu kommen.

Wenn dich Zweifel plagen wie „Yoga ist doch nichts für mich, ich bin nicht flexibel genug“, dann schau dir meinen Artikel „5 Mythen über Yoga“ an. Vielleicht erkennst du dich dort wieder und merkst, dass Yoga trotzdem genau das Richtige für dich sein kann.

Fazit: Dein erster Schritt zählt – und jeder weitere auch

Motivation, für deine Yoga-Praxis auf die Matte zu kommen, entsteht nicht aus Perfektion. Sie entsteht aus kleinen Schritten, die du dir zutraust, und aus dem Wissen, dass jede kurze Praxis zählt. Deine Yoga-Routine darf sich verändern. Wichtig ist, dass du immer wieder zu dir zurückfindest und weißt, wie gut dir die kleine Auszeit tut.

Wenn du wissen möchtest, was dich langfristig erwartet, lies gerne auch meinen Artikel 33 Gründe, warum Yoga dein Leben verändert. Dort zeige ich dir, wie Yoga Schritt für Schritt dein Leben bereichern kann.

Wenn du beim Stil noch unsicher bist, hilft dir mein Überblick zu den verschiedenen Richtungen weiter: Yoga-Stile: Dein ultimativer Guide. So findest du leichter den Rahmen, der dich wirklich trägt.

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Über die Autorin

Ich bin Victoria Hirsch – Yogalehrerin, Entspannungspädagogin und Inside-Flow-Trainerin. In meinen Kursen und Seminaren verbinde ich ruhige, klare Praxis mit fließenden Bewegungen und alltagstauglicher Achtsamkeit. Mein Ziel ist es, Menschen dabei zu unterstützen, ihren eigenen Zugang zu Yoga zu finden – ohne Druck, ohne Perfektion, dafür mit Freude, Leichtigkeit und echtem Spüren. Mehr über meine Angebote und mich findest du auf victoria-hirsch.de

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Hallo, ich bin Victoria!

Ich begleite Menschen dabei, mehr Entspannung, Bewegung und Achtsamkeit in ihren Alltag zu integrieren – sei es durch Yoga, Stressbewältigung oder eine bewusste Lebensweise.

Ich bin überzeugt, dass echte Balance entsteht, wenn wir Körper und Geist in Einklang bringen. Ob durch gezielte Entspannungstechniken, achtsames Yoga oder eine bewusste Ernährung – kleine Veränderungen können Großes bewirken und helfen, den Herausforderungen des Alltags gelassener zu begegnen.

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