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Interview mit Jenny Macholdt: „Work-Life-Balance ist ein Drahtseilakt“

Du bist Mama und du hast manchmal das Gefühl dir fällt die Decke auf den Kopf und keiner in deinem Umfeld versteht deine aktuellen Probleme? Meiner Interviewpartnerin Jenny ging es nach der Geburt ihrer Tochter genauso und daher hat sie eine Community für Mütter gegründet: Moms 4 Moms.

Welche Auslöser genau zu ihrer Community Moms 4 Moms geführt hat und wie Jenny Mütter in ihrer Rolle unterstützt liest du in diesem Interview.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen und schau auch gerne auf Jennys eigenem Blog vorbei.

Jenny, du bist Mutter,…

… Angestellte und hast die Community-Plattform Moms 4 Moms ins Leben gerufen. Erzähl mal ein bisschen darüber und wie du zu Moms 4 Moms überhaupt gekommen bist!

Ja klar gerne. Also Moms 4 Moms ist an sich aus meinen eigenen Beweggründen entstanden. Ich bin 2019 zum ersten Mal schwanger geworden. Ich weiß noch, wie heute, wie ich im Bad stand, den positiven Schwangerschaftstest in der Hand hielt und mich innerlich mega freute, dass es so schnell geklappt hat und gleichzeitig ging mein Arsch im wahrsten Sinne des Wortes auf Grundeis.

Ich sag’ immer, sich etwas vorzustellen, ist dann doch immer etwas anderes, als es dann auch zu tun. Und so war es auch da. Da ich ein totaler Planungsmensch bin, ging mein Geratter im Kopf natürlich los und schnell war ich total überfahren mit all den Informationen, die ich so fand. Zum Glück hatte ich damals eine sehr gute Freundin an meiner Seite, die mir geholfen hat, mich zurechtzufinden und die auch nach der Geburt meiner Tochter mich unterstützt hat.

Ich habe meine Tochter damals mitten im ersten Lockdown auf die Welt gebracht und fühlte mich wahrhaftig sehr alleingelassen. Letztendlich gab es zu diesem Zeitpunkt damals ja nichts mehr in der offline Welt. Da ich mir selbst meinen “roten Faden” durch die Schwangerschaft und den anschließenden Wochen danach gewünscht habe und weiß, dass so etwas Goldwert ist, ist aus diesen Gedanken Moms 4 Moms entstanden.

Du jonglierst zwischen deiner Rolle als …

… Teilzeit-Angestellte, Mutter und führst deine Community, wo du bloggst und Mütter unterstützt. Welche Strategien hast du entwickelt, um eine ausgewogene Balance zwischen Beruf, Familie und deinem Blog zu finden?

Dazu habe ich sogar schon einmal einen Blogartikel im Rahmen einer Blogparade verfasst. Darin ging es um das Thema Balance als Working-Mom.

Generell kann ich sagen, dass meine Strategien folgende sind:

  1. Ich setze mir nicht zu hohe Ziele, welche ich vorantreiben oder verändern will bzw. breche diese über das kommende Jahr entsprechend herunter.
  2. Ich achte sehr strickt auf meine Gesundheit. Wenn ich merke, dass es mir nicht gut geht, dann priorisiere ich um und stelle mich an erster Stelle. Das beinhaltet auch regelmäßig Sport für mich zu machen, um gesund zu bleiben.
  3. Ich habe mein eigenes Planungssystem entwickelt, was wunderbar für meine Familie und mich funktioniert.
  4. Wir teilen uns unsere Aufgaben innerhalb der Familie gut auf, heißt jeder hat so grob seinen Wirkungsbereich und darin ist er auch dann vollumfänglich verantwortlich.
  5. Und der Schlüssel meiner Meinung nach ist, das Thema “Kommunikation”, heißt Dinge offen auch anzusprechen. Ich sag’ immer, mein Gegenüber kann mir nicht von der Stirn ablesen, welche Bedürfnisse ich eventuell habe. Das ermutigt mich dazu, diese dann auch anzusprechen und dafür zu sorgen, dass diese auch weitgehend gefüllt werden.

Dieses ganze Thema mit Work-Life-Balance ist wirklich ein Drahtseilakt, machen wir uns nichts vor. Auch mir gelingt das mal besser und mal schlechter. Aber mit jedem Mal, wo etwas nicht so funktioniert wie erhofft, gibt es auch die Möglichkeit, bestehendes anzupassen und zu verbessern und das motiviert mich dann wieder.

Du hast vor der Geburt deiner Tochter viel recherchiert …

… und Informationen gesammelt. Wie hat diese Vorbereitung deinen Umgang mit deiner zukünftigen Mutterschaft beeinflusst, und welche Tipps würdest du anderen werdenden Müttern geben?

Dadurch, dass ich für mich wirklich eine Art Plan hatte, was, bis wann erledigt sein sollte, bin ich wirklich sehr entspannt in meine Mutterschaft gestartet. Als totaler Planungsmensch hatte ich vor Geburt so weit alles bereits vorbereitet, dass nur noch das Nötigste anschließend ausgefüllt werden musste und der ganze Bürokratismus seinen Weg gehen konnte. Das wäre auch so ein Tipp, den ich jeder werdenden Mutter mitgeben würde, denn im Wochenbett hast du wirklich mit genügend anderen Dingen zu tun, als dich mit irgendwelche Anträgen herumzuschlagen.

Ansonsten kann ich jeder werdenden Mutter nur raten, so wenig wie möglich zu googeln. Das war der Tipp meiner Hebamme damals und da ist wirklich was Wahres dran. Diese ganzen Informationen bringen einen nämlich nur durcheinander. Konzentriere dich auf dich und deinen Körper und hab Vertrauen in ihn. Alles Weitere wird sich finden und da kann dir auch kein Ratgeber bei Helfen, denn meiner Meinung nach bringt es nichts sich zu 100 % auf dein Baby und deine Rolle danach vorzubereiten, denn als Nicht-Mama weißt du einfach nicht, wie es ist, eine Mama zu sein.

Nach der Geburt hast du deine Sicht auf die Mutterschaft …

sicherlich weiterentwickelt. Wie hat sich dieser Blickwinkel verändert und welche Erkenntnisse hast du gewonnen?

Ohja, wie schon gesagt, du kannst dir das Mutter werden, vorher nicht vorstellen. Eine Freundin meint immer, es gibt ein Leben vor dem Kind und ein Leben danach. Das würde ich zu 100% unterschreiben. Später weißt du erst, wie anstrengend es ist. Wie es dich an deine physischen und auch mentalen Grenzen bringen kann, z.B. wenn du Nächte lang nicht richtig geschlafen hast oder dein Kind nur am Schreien ist, aus einem für dich nicht ersichtlichen Grund.

Dadurch wird dir erst einmal mehr bewusst, was deine Mutter und auch die Mütter früherer Generationen geleistet haben, was mich wirklich demütig werden lässt.

Da ich damals als neu gewordene Mama wirklich mit meiner Rolle gestruggled habe, habe ich mich über eine gewisse Zeit durch ein Coaching begleiten lassen. Und das hat auch nochmal den Blick auf mich und meine Mutterschaft verändert.

Dein Coaching hat an deinen Glaubenssätzen …

… gearbeitet. Inwiefern hat dies geholfen, stressige Situationen als Mutter besser zu bewältigen und hat dich in deiner Mutter-Rolle beeinflusst? Kannst du anderen Müttern ebenfalls ein Coaching empfehlen?

Was sich richtig krass verändert hat, ist der Blick auf mich und meine Gesundheit, frei nach dem Credo: “Happy Wife, happy Life”. Denn es bringt weder dir noch deiner Familie etwas, wenn du zugrunde gehst. Es ist wichtig, dass es dir als Mutter gut geht, sowohl körperlich als auch mental. Nur dann bist du überhaupt fähig, den oft so stressigen Alltag mit Bravour zu wuppen.

Ich hatte damals wirklich Probleme damit, authentisch meinem Kind gegenüber zu wirken. Natürlich, geprägt aus den eigenen Kindheitserfahrungen. Zum Beispiel hatte ich immer damit zu kämpfen, ob ich eine gute Mutter für mein Kind bin. Ich habe mich innerlich gegeißelt, wenn ich einmal nicht so agiert habe, wie es meiner Vorstellung entsprochen hat. Genauso habe ich mich ununterbrochen verbogen und bin über meine Bedürfnisse gegangen. Stress pur. Damals konnten wir Einiges im Coaching bearbeiten und heilen.

Ob ich anderen Müttern ein Coaching empfehlen kann? Ohja! Du kannst davon nur profitieren. Oft sehen wir Dinge gar nicht oder wissen es zwar, können es selbst aber nicht verändern. Da hilft es ungemein, jemanden an der Seite zu haben, der einen begleitet, blinde Flecken aufgedeckt und dir dabei hilft, mit einem neutralen Blick von außen, diese aus dem Weg zu räumen. Ich kann immer nur wieder betonen, dass es keine Schande ist, sich Hilfe von Außen zu holen. Sei es in Form von Coaching oder wenn nötig durch eine Therapie. Von den Erfahrungen kannst du nur lernen, sie machen die stärker und du lernst dich noch einmal besser kennen.

Kuscheln mit Mama ist am besten!

Schlaf ist für dein Wohlbefinden wichtig …

… Ich glaube jede Mutter kann das unterschreiben. Wie gehst du als Mutter mit den Schlafgewohnheiten deines Kindes um und sorgst gleichzeitig für ausreichend eigenen Schlaf?

Ich gehe davon aus, dass du meine Fun Facts gelesen hast? Dann weißt du ja, dass Schlaf mein liebstes Hobby ist. Mittlerweile hat sich der Schlaf bei meiner 3-jährigen Tochter echt gut reguliert. Dennoch kann ich auch hier die Nächte, bei denen ich ohne Unterbrechung abends ins Bett und morgens aufstehe, an einer Hand abzählen.

Wenn ich heute merke, dass ich mehrere Tage wenig Schlaf bekommen habe, dann gehe ich einfach die folgenden Tage früher ins Bett. That’s it.

Früher, als meine Tochter noch kleiner war und wir echt schlimme Nächte hatten, da habe ich schon geschaut, dass ich zwischendrin einen Powernap am Tag machen konnte oder einfach auch am Wochenende dann mal. Genauso haben wir den Deal hier Zuhause, dass der Herzmann die Betreuung übernommen hat, bis er ins Bett gegangen ist. Da er eher eine Nachteule ist, hat mir das somit mehrere Stunden Schlaf am Stück gebracht.

Hier darf jede Familie wirklich schauen, wie es am besten für alle umzusetzen ist.

Da du gerne Bücher parallel liest …

… – Was ich auch sehr gerne tue 😉 – gibt es ein Buch, das besonders dazu beigetragen hat, deine Sichtweise auf die Mutterschaft zu verändern?

Also generell kann ich das Buch von Philippa Perry “Das Buch, von dem du dir wünschst, deine Eltern hätten es gelesen ” empfehlen. Dabei hatte ich den ersten Aha-Effekt, da es darum geht, wie wir die Beziehung zu unseren Kindern aufbauen. Was einer guten Verbindung im Weg steht und wie wir sie verbessern können. Ein totaler Game-Changer, wenn dir bewusst wird, wie viele Wunden wir als Eltern mit uns herumtragen, die es gilt zu heilen.

Als nächstes kann ich noch “Hätte, müsste, sollte” von Nina C. Grimm von Herzen empfehlen. Zu diesem habe ich auch mal eine Buchrezension geschrieben.

Das Buch werde ich auf jeden Fall noch einmal lesen. Ich fand es nämlich echt super geschrieben, da es das Wohlbefinden der Mutter in den Fokus stellt und wunderbar eine Brücke zwischen Theorie und Praxis schlägt.

Deine Vision für Moms 4 Moms …

… zielt darauf ab, Mütter zu verbinden. Wie hat diese Community dein Leben verändert und wie möchtest du andere Mütter genau unterstützen?

Genau, meine Mission mit Moms 4 Moms ist es, Mamas zu verbinden. Mir ist es einfach ein Herzenswunsch eine Community aufzubauen, die wertschätzend miteinander umgeht. In der es kein Mom-Bashing gibt, sondern in der unterschiedliche Sichtweisen respektiert werden, sich jedoch auch gegenseitig bestärkt und unterstützt wird.

Durch Moms 4 Moms bin ich in den letzten Jahren seit dem Start mit so vielen unterschiedlichen Frauen in Kontakt gekommen und es ist einfach schön zu sehen, wie ich mit meinen Inhalten anderen Müttern helfen kann. Aktuell gibt es ja bereits viele kostenlose Inhalte auf der Website von Moms 4 Moms in Form der Blogartikel, Expertinnen-Interviews oder Mom-Portraits.

Zusätzlich gibt es von mir noch ein kleines Workbook für 0 € zum Thema “Mehr Zeit für sich als Mama finden”. Eine häufigste Aussage ist ja, dass keine Zeit für sich selbst existiert. Mit diesem Workbook kann jede selbst für sich zum Thema Zeit etwas mehr Klarheit finden und damit direkt in die Umsetzung gehen, um mehr Zeit für sich und ihre Vorhaben im Alltag zu etablieren.

Abgerundet werden diese 0 € Angebote durch mein Coachingangebot, in dem ich Mütter dabei begleite, Klarheit für ihren Weg der Mutterschaft zu finden und selbstsicher in ihrer Rolle als Mutter anzukommen.

Du hast ein neues Angebot, welches demnächst startet …

… Den Moms 4 Moms Circle. Was genau beinhaltet dein Angebot und was erwartet die Teilnehmerinnen?

Ja genau! Mein neuestes Projekt und Angebot, worauf ich mich schon riesig freue. Mit dem Moms 4 Moms Circle möchte ich diese Verbindung, von der ich gesprochen habe, schaffen.

Du kannst dir den Circle als monatlichen Workshop vorstellen. Wir treffen uns in einer kleinen Runde von maximal 7 Personen zu einem bestimmten Thema. Dabei handelt es sich um Themen aus den Bereichen Selbstfürsorge und mentale Gesundheit sowie Struktur und Organisation im Mama-Alltag.

Den Start macht das Thema “Mental Load – Wie du entspannter durch deinen Mama-Alltag kommst”. Mir ist es wichtig, die Gruppe dabei klein zu halten. Damit möchte ich einen sicheren Raum für die Mütter schaffen, in dem sie ihre Gedanken, Sorgen und Ängste offen teilen können.

Zu Beginn jedes Workshops gibt es eine Einführung in das Thema, mit etwas Theorie und Impulsen für die Praxis und anschließend haben die Mütter Zeit sich zu dem jeweiligen Thema auszutauschen und ihre Erfahrungen zu teilen.

Das hört sich interessant an. Wie können meine Leserinnen …

… mehr Informationen bekommen bzw. sich anmelden?

Mehr Informationen dazu gibt es direkt auf der Website. Ansonsten ist jeder herzlich willkommen auf meinem Instagram-Account und kann mich über die Nachrichten direkt kontaktieren. Auf meinem Instagram-Account habe ich auch noch weitere Informationen zum Moms 4 Moms Circle in den Highlights abgespeichert. Ich freue mich über jedes neue Gesicht.

Mehr zu Jenny und ihrem Angebot für dich findest du unter https://moms4moms.de/.

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Hallo, ich bin Victoria!

Ich begleite berufstätige Mütter und Väter in Entspannungs- und Ernährungskursen dabei, ihre Balance im Familienalltag wiederzufinden.

Ich bin davon überzeugt, dass eine gesunde Balance aus Familie, Job und Selbstfürsorge sowie der bewusste Umgang mit der eigenen Gesundheit und Ernährung dabei helfen können, körperliche und geistige Herausforderungen zu meistern.

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